
Ausgangspunkt: Senningeralm
Gehzeit: 3 Stunden für den Aufstieg, 2 Stunden für den Abstieg
Höhenunterschied: rund 900-1000 m
Schwierigkeitsgrad und Ausrüstung: leichte Wanderung, festes Schuhwerk und etwas Ausdauer nötig
Das Scharntal ist ein wunderschönes Hochtal mit malerischen Karen und reich an Bächen. Bemerkenswert sind hier die Zirbenvorkommen und großen Latschenflächen, sowie in höheren Bereichen einzelne kleine Flachmoore (südlich oberhalb der Scharn-Hochlam und Reicherleitenmoos).
Von der Senningeralm folgt man dem Bachlehrweg talauswärt bis zur Schautafel „Säugetiere am Bergbach“. Hier ist die Abzweigung ins Scharntal beschildert. Über eine Brücke gelangt man zunächst auf die andere Seite des Hollersbaches und steigt dann am orographisch rechten Grabeneingang des Scharnbaches in engeren und weiteren Serpentinen steil bergauf. Zunächst kommt man durch Grauerlenwald und Mischwald mit Fichte, Grauerle, Bergahorn, im Unterwuchs reichlich Straußfarn, Brennnessel, weiters z. B: Alpenbrandlattich, Waldwitwenblume, Sumpfpippau, Gelber Eisenhut etc. Der Wald geht dann mit zunehmender Höhe in einen zum Teil aufgelichteten, hochstauden- und farnreichen Fichtenwald über, mit Grauem Alpendost, Weißer Pestwurz, Alpenmilchlattich u. a. Man kommt dann an der Hinteren Flecktruhe Alm vorbei, auf der noch Käse erzeugt wird.
Ab der Scharnalm (oder Scharn-Grundalm 1466 m) wird das Tal weiter und der Wald durch Almweiden deutlich aufgelichtet. Nahe der Alm zeigt sich auf einem alten Bergsturz ein interessantes Phänomen: hier dringt unterirdisch und aus höheren Lagen kommend, zwischen den Steinen kalte Luft aus. Es herrschen daher lokal etwas rauere Lebensbedingungen, weshalb die Fichten merklich kränkeln und kleinwüchsig sind. Zwischen den Fichten finden sich zahlreiche Flechten, darunter auch schon alpine Arten. Auf den nordwestlichen Hängen des Scharntals sieht man nun bis hoch hinauf ausgedehnte Latschenbestände.
Von der Scharnalm geht man fasst eben den feuchten Almboden einwärts durch Bürstling-Weiderasen mit reichlich Rasenschmiele und Alpenampfer. Der Almboden ist von einigen Rinnsalen durchsetzt. Weiter taleinwärts fächert sich der Scharbach in zahlreiche kleinere Bäche auf – eine schöne Bachlandschaft. Man steigt dann über eine etwas steilere Stufe durch einen schönen Lärchen-Fichtenwald hinauf zur Scharn Hochalm. Ab rund 1600 m sind einzelne Zirben beigemischt, die dann weiter hangaufwärts, oberhalb des Weges sogar lokal dominant werden und schließlich als Lärchen-Zirbenwald die Waldgrenze bilden. Der gesamte Bereich des Scharntals ist nun sehr stark geprägt von den vielen kleinen Bächen, die aus allen Richtungen zum Hauptbach zusammenfließen. An den Bächen und auf feuchten Hängen wachsen zum Teil schöne Grünerlenbestände.
Im Bereich der Scharn Hochalm (1728 m, verfallende alte Almgebäude und eine Jagdhütte) befinden sich ausgedehnte Lägerfluren und es dehnen sich weite Bürstlingrasen aus, durchsetzt mit Rostroter Alpenrose und auch einzelnen kleinen Flachmoorkomplexen. Von hier lohnt sich noch ein Abstecher in Richtung Westen an den wunderschön rauschenden natürlichen Bach und an diesem noch ein Stück aufwärts. Am Bach kann man auch sehr gut dessen Kleinlebewesen studieren.
Rückkehr am Aufstiegsweg.