
Ausgangspunkt: Senningeralm
Gehzeit: Aufstieg 4 ½ Stunden, Abstieg 2 Stunden
Höhenunterschied: 1313 m
Schwierigkeitsgrad und Ausrüstung: leichte Bergwanderung, im letzten Abschnitt jedoch Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sowie etwas Ausdauer erforderlich, feste Bergschuhe notwendig.
Nationalpark-Randbereich
Von der Senningeralm den Felsweg entlang Richtung Talausgang, ca. 1 Stunde rechts Richtung Rossalm abbiegen bis zum Gasthof Berghof, dann wendet man sich in östlicher Richtung. Ab einem Viehzaun isst der Weg markiert. Zwischen Berghof und Hintermühleben dominiert die Landwirtschaft mit Viehweiden: auf sauren und mageren Böden überwiegen Arten des Bürstlingrasens (z. B: Bürstling, Bärtige Glockenblume). Der anfänglich breite Weg führt bald durch den Bergfichtenwald mit typischem Unterwuchs, darunter viele Säure- und Magerbodenzeiger (Heidelbeere, Drahtschmiele, Waldwachtelweizen, Rippenfarn, Haarmützelmoos).
Auffallend sind hier die Rufe der typischen Fichtenwaldvögel Tannen- und Haubenmeise sowie der Goldhähnchen, charakteristisch auch die großen Bauten der Roten Waldameise. Man quert durch Bachgräben mit schönen, farnreichen (Warmfarn, Frauenfarn) Hochstaudengesellschaften. Im Bereich der Pölsenalm (1704 m, teilweise verfallen) kommt man wieder in den Bereich von Almwiesen, mit charakteristischen Lägerfluren (Alpenampfer) um die Hütten.
In rund 1800 m Höhe erreicht man die Weggabelung nach Mittersill (siehe Wanderroute Nr. 3, Abschnitt Felbertal) und folgt dem Weg zum Pihapper weiter nach Südwesten. Bei der Weggabelung finden sich kleine Flachmoorgesellschaften mit Binsen und Riedgräsern, in den trockenen Bereichen Zwergstrauchfluren mit Rostroter Alpenrose. Bald passiert man den Bereich der Baumgrenze mit typischen „Wetterfichten“ und vereinzelten Lärchen und Ebereschen, in Lawinenstrichen Grünerlen mit Farnen. Auffallende Vogelarten dieser Region sind Ringdrossel und Birkenzeisig. In der Region oberhalb der Baumgrenze breiten sich wieder Weidefluren mit Bürstlingrasen aus (Bärtige Glockenblume, Bergnelkenwurz, Arnika).
Der Weg führt nun den Kamm entlang weiter in südlicher Richtung zum Pihappergipfel. Ab 2340 m beginnt eine teilweise ausgesetzte Gratwanderung (Warntafel). Vom Bergkamm sieht man vor allem in nördlicher Richtung auf charakteristische Lawinenhänge mit Grünerlen. Am Fuß der Steilhänge dehnen sich Blocksfluren aus und man kann hier Murmeltierbauten erkennen. Einer der häufigsten Vögel oberhalb der Baumgrenze ist hier der Wasserpieper. Schließlich erreicht man den grasbewachsenen Vorgipfel und blickt auf die etwa 100 m hohe Felspyramide des Pihapper (2513 m). Knapp unterhalb des Gipfels kommt man dann zu einer plattigen Steilstufe, welche durch eine etwa 3 ½ m lange Leiter überwunden wird. Am Gipfel erwartet einen nun ein herrlicher Rundblick auf die Kitzbühler- und Kalkalpen, das Salzachtal und die Hohen Tauern.
Einen besonderen Reiz dieser Wanderung macht die außerordentlich arten- und blütenreich Alpinflora aus, die hier unter anderem durch die Verzahnung von Kalk- und Silikatgesteinen so vielfältig ist. Es wechseln sich verschiedene Pflanzengesellschaften ab: Zwergstrauch- und Windkantengesellschaften, Krummseggenrasen, Schneetälchen, Fels- und Schuttfluren, etc. Unter anderem findet man Arten wie Besenheide, Alpenküchenschelle, Gemsheide, Krähenbeere, Rentierflechten, Krummsegge, Zwergprimel, Klebrige Primel, Stengelloser Enzian, Alpenwucherblume, Kleine Soldanelle, Schneesimse, Edelweiß, Alpenaster, Alpenhelm, Clusius-Gemswurz, Alpenscharte, mehrere Steinbrecharten etc.