
Ausgangspunkt: Beginn des Lehrweges in ca. 880 m Höhe knapp innerhalb des Eingangs des Hollersbachtals, etwas hinter dem kleinen Hollersbachstausee; hier von Hollersbach zu Fuß 25-30 Minuten; bis zum Parkplatz am Eingang des Hollersbachtals kann man auch mit dem Auto fahren.
Gehzeit: bis zur Wirtsalm ca. 1 Stunde, zurück ebenfalls ca. 1 Stunde, bis zur Senninger Alm ca. 2 Stunden
Höhenunterschied: bis zur Wirtsalm rund 200 m, bis zur Senninger Alm rund 370 m
Schwierigkeitsgrad und Ausrüstung: leichte Wanderung, feste Wanderschuhe.
Den Beginn des Bachlehrweges markiert eine Übersichtstafel, die über den Verlauf des Weges informiert. Entlang des Bachlehrweges wird dann auf 10 pultförmigen Tafeln die Natur des Baches und seine begleitende Landschaft mit ihrer Lebenswelt erläutert. Die Themen auf den gut gestalteten und illustrierten Tafeln sind: die Grauerlenau, Vögel am Bach, die Kraft des Wassers, bodenständige Fische, Säugetiere am Bergbach, Schluchtwaldpflanzen, biologischer Abbau der Baumstämme, die Gesteine des Hollersbachtales, Kleinlebewesen im Bach, die Nahrungskette im Gebirgsbach.
Gesteine und Kleinlebewesen des Baches können direkt an Ort und Stelle in natura beobachtet bzw. untersucht werden.

Der Weg führt am orographisch rechten Ufer des Baches entlang, zunächst durch bachbegleitende Grauerlenbestände mit Zeiger von Luftfeuchtigkeit wie Moose und Farne (z. B: Wurmfarn, Straußfarn, Ruprechtsfarn, Dornfarn), Gemeine Pestwurz und Weiße Pestwurz. Danach steigt er durch luftfeuchten Fichtenwald mit Moosen, Farnen (Rippenfarn) und Sauerklee leicht an und führt auf eine lichte Kuppe, auf der vereinzelt sogar Tannen stocken. Der Boden ist dicht mit Heidelbeeren bewachsen. In diesem typischen Bergnadelwald sind häufig Wintergoldhähnchen und Tannenmeise zu hören, andere charakteristische Vögel sind hier z. B: Haubenmeise, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Rotkehlchen, Singdrossel, Buchfink. Von der Anhöhe bietet sich ein schöner Tiefblick hinunter zum Hollersbach, dessen beruhigendes Rauschen den Wanderer den ganzen Weg begleitet.
Über Serpentinen geht es dann von der Kuppe abwärts zu einer durch Hangrutschung entstandenen Waldlichtung. Solche Rutschungen entstehen besonders nach heftigen Regenfällen auf leicht verwittertem Glimmerschiefer, der hier an diesem bewegten Hang deutlich zutage tritt. Nun beginnt die Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern.

An den feuchten Felsen in Bachnähe erkennt man schon von weitem die schwefelgelben Flecken der gelben Leuchtflechte, deren auffallende Färbung durch Rhizokarpsäure hervorgerufen wird. Daneben gedeihen im Schluchtwald auf tiefgründigeren Böden in der Nähe des Bachbettes Arten wie Waldgeißbart und Österreichische Gemswurz.
Am letzten Wegstück in Richtung Wirtsalm säumen alte Steinmauern den Weg (aus Steinen aufgeschlichtete Einfriedungen, sogenannte „Steinhage“). In den Ritzen dieser Mauern wachsen Farne, die typisch für luftfeuchte Felsen und Mauern sind: Grüner Streifenfarn, Engelsüß und Blasenfarn. Vor allem am letzten Stück des Bachlehrweges sind die alten Steinhage auch dicht mit Flechten bewachsen. Den Abschluss des Weges bildet eine Orientierungstafel über den weiteres Verlauf des Hollersbachtals.
Rückwandermöglichkeit entlang des Fahrwegs durch Fichtenwald und Almflächen oder auf dem Aufstiegsweg. Vom Ende des Bachlehrweges gelangt man taleinwärts in 20 Minuten zur Jausenstation
Senningeralm.